Beiträge zum Thema ‘Politik’

Reposted from blog.datenschmutz.net

————————————————————————————————————————————————

Der Gerechtigkeit muss genüge getan werden und das Böse bekämpft: besonders wenn es in der nur scheinbar harmlosen Gestalt eines neunjährigen Fußballspielers daherkommt. Ab in den Kosovo mit ihm! Wir müssen uns alle darüber im Klaren sein, dass eine potentielle Bundespräsidentin, die mit Nazi-Symbolik kokettiert, keine Bedrohung für dieses Land großer Söhne und Töchter darstellt, während Bernard Karrica mit Hinterlist und Chuzpe, wie sie sich nur ein Neunjähriger ausdenken kann, diesem Land unsagbaren Schaden zufügen könnte.

Die Perfidität seines Tuns muss man sich auch wirklich auf der Zunge zergehen lassen: schon als Vierjähriger stürzte Bernard den Kosovo in Krieg und Chaos, nur um seine Eltern zur Auswanderung nach Österreich zu zwingen. Nicht genug mit dieser dreisten Ortswechselei: die insgesamt fünfköpfige Familie Karrica besaß auch noch die Frechheit, sich mit Familien aus dem Ort anzufreunden. Und als wäre dies noch nicht skandalös, schickten sie Bernard auch noch zum Fußballtraining. Sein Trainer sagt übrigens über ihn:

Ich habe Bernard 4,5 Jahre lang trainiert und meistens auch vom oder zum Training oder Match gebracht – er ist das größte Talent, welches je in unserer Gemeinde gespielt hat. Nach all den Jahren ist er wie ein zweiter Sohn für mich! Ich habe jetzt noch Kontakt mit Bernards Vater – er weint immer noch jede Nacht!

Und warum weint er, der Vater? Weil die brave und aufrechte Innenministerin Bernard samt seiner Anverwandtschaft endlich deportieren ließ. Wo kämen wir denn da hin, wenn jede auf Zeit eingewanderte Familie sich so gut integriert? Die Frau Ministerin Schottermizzi hat sich doch klar und deutlich für mehr Erst- und Letztaufnahme-Zentren ausgesprochen. Der eigentliche Skandal: ganze fünf Tage hat’s gedauert, die Karricas zu deportieren:

Mittwoch 17.2.2010: negative Asylentscheidung und mit der Polizei innerhalb von wenigen Stunden wurde die Familie aus der Wohnung in einen anderen Ort, in eine Pension, gebracht.

Samstag 20.2.2010: Festnahme und Überstellung in das Schubhaftgebäude Wien

Sonntag 21.2.2010: Abflug in den Kosovo

Das geht doch schneller oder was! Zum Einpacken war ja offenbar auch keine Zeit:

Mama, der Bernard ist eingesperrt und am Montag kommt eine Schulpsychologin zu uns.”
Wofür?
Um den Kindern zu sagen, dass eh alles nicht so schlimm ist?
Es ist schlimm, sehr schlimm sogar. Seine Schulbücher, Hefte, Malsachen, Turnsackerl, Werkkoffer, Patschen, alles ist wie immer an seinem Platz — nur Bernard, dem diese Dinge gehören, ist nicht da!

Jetzt stellen Sie sich mal vor, irgendwelche linkslinken Gutmenschen beginnen Schwachsinn von humanitärem Bleiberecht zu faseln. Denen ist ohne weiteres zuzutrauen, dass sie eine Petition starten – wo doch jeder weiß, dass ein neunjähriger talentierter Fußballspieler mit seiner unbescholtenen Familie wirklich nix in Österreich verloren hat!

Was, die Petition gibt’s schon?

Und Sie sind da anderer Meinung und Ihre Scham über “effiziente Abschiebepraktiken des Innenministeriums” schlägt langsam in ein Gefühl der ohnmächtigen Wut um? Dann unterschreiben Sie! Dass mediale Präsenz wenig ausrichtet und im Zweifelsfalls auch der onkelhafte Bundespräsident und der angeblich sozialistische angebliche Kanzler unisono befinden, Recht müsse Recht bleiben, kennen wir von der Causa Arigona zur Genüge.

Mir ist eine FP-Kandidatin (die ja wohl aus guter alter Parteitradition geradezu heimelige NS-Gefühle verspüren *muss*) fürs Bundespräsidentenamt weitgehende egal. Aber was mir wirklich Angst macht, ist die Tatsache, dass Politiker, die hinter Entscheidungen wie der Abschiebung der Karricas stehen, immer und immer und immer wiedergewählt werden. Let’s face it: die FPÖ veranstaltet populistisches Kasperltheater, aber die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP greifen dort in die Scheiße, wo’s nicht nur beleidigt, sondern Menschenleben zerstört. Wie lange wollen wir ihnen das denn eigentlich noch durchgehen lassen?

Fußball verbindet: Petition für Bernard Karrica

————————————————————————————————————————————————

Reposted from blog.datenschmutz.net

Twitter Kommentare

DieTruppe Abschiebepraxis: Da waren’s nur noch 10 http://die-truppe.com/n2d #politik #asyl #abschiebung
Re-Tweet | Reply | View Tweet

Politiker entscheiden täglich über Beträge mit sieben, acht oder neun Nullen – aber ob sie sich diese Summen wirklich vorstellen können, darf man in vielen Fällen bezweifeln.

Der ehemalige (deutsche) Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann antwortete einmal auf die Frage eines Reporters, wie viele Nullen eine Milliarde habe: “Ach du lieber Gott! Sieben? Acht?” Es sind aber neun.

In der aktuellen Ausgabe der Zeit findet sich daher eine tolle Visualisierung zu diesem Thema. Man beachte die im Vergleich mickrigen 11 Milliarden, die für Bildung und Forschung ausgegeben werden (die Grafik bezieht sich auf Deutschland, in Österreich wird das Verhältnis glaube ich jedoch nicht viel anders sein). Interessant fände ich es ja, eine derartige Visualisierung für Österreichs Budget zu erstellen. Wer hätte Interesse dran, mir dabei zu helfen?

Quelle: Die Zeit / via Information is beautiful

Twitter Kommentare

geraldbaeck RT @robertharm: Gebloggt: Seid verschlungen, Milliarden! http://die-truppe.com/uv #visualisierung #budget #Österreich
Re-Tweet | Reply | View Tweet
robertharm Gebloggt: Seid verschlungen, Milliarden! http://die-truppe.com/uv #visualisierung #budget #Österreich
Re-Tweet | Reply | View Tweet
DieTruppe Seid verschlungen, Milliarden! http://die-truppe.com/uv #visualisierung #diezeit #budget
Re-Tweet | Reply | View Tweet

Wie entstehen 442 Milliarden Euro? Ein Knopfdruck genügt!

1,5 Billionen Euro haben die Zentralbanken seit der Finanzkrise erschaffen. Sie gaben sie den Banken, die damit der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Doch bei Autoherstellern und Maschinenbauern ist das Geld nie angekommen. Wo ist es geblieben?

Sehr lesenswertes Dossier über die Bankenhilfe im Rahmen der Finanzkrise, Quelle: Die Zeit, Nr. 3/2010.

Vollständiges Dossier auf www.zeit.de lesen

Autoren/Mitarbeit: Kristina Maroldt und Frank Sieren
Photo by Steve Wampler, some rights reserved

Wer meint, diese zur Verfügung gestellten Milliarden wären Sparguthaben oder dergleichen gewesen, der irrt gewaltig:

Um kurz nach halb zehn drückt einer der beiden Männer einen Knopf, und etwa zwanzig Seiten Papier schieben sich aus dem Drucker. Das Protokoll für das Präsidium der Zentralbank. Das Dokument einer wundersamen Geldentstehung.

Die 442 Milliarden, die an diesem Tag von der Zentralbank zu den Privatbanken fließen, haben zuvor nicht der EZB gehört. Nicht dem Steuerzahler. Und auch sonst niemand. Das Geld ist gewissermaßen vom Himmel gefallen.

Die Zentralbank hat es am Vormittag dieses 24. Juni neu erschaffen. Sie braucht dafür keine ratternden Druckmaschinen mehr, es genügt, den gewünschten Betrag auf das Konto zu überweisen, das jede Bank der Eurozone bei der EZB unterhält. Zwölf Monate lang dürfen die Banken das Geld behalten. Dann müssen sie es an die Zentralbank zurückzahlen, und die Konten leeren sich wieder.

Und was ist mit diesem Geld passiert? Haben es die Unternehmen erhalten, um z.B. neue Investitionen tätigen und Arbeitsplätze schaffen zu können? Mitnichten:

Diesen Beitrag weiterlesen »

Robert Misik zur aktuellen politischen Lage in Kärnten, sehenswert!

Die neuen Freiheitlichen: Blau mit orangen Möpsen drauf!

Höchst instruktiv sind die Einblicke in das Ponzischema FPÖ/FPK/FIK/BZÖ, die sich vergangene Woche boten. Da grinst ein Herr Scheuch sein “Ich bin ein toller Hecht ich hab erst die Bayern übers Ohr gehaut und dann auch noch den Finanzminister abgezockt”-Grinsen in die ORF-Kamera und niemand sagt ihm, dass Betrug keine nachhaltige Geschäftsstrategie ist.

Wenn in Moldawien oder Lettland eine Regierung so etwas anrichtet, dann gibt es Massendemonstrationen. Aber nicht in Kärnten. Aber die armen Kärntner, wird bestimmt eingewandt, können doch nichts dafür, die leiden ja selbst unter dem quasi teilentmündigten Landeshauptmann. Nur: 45 Prozent der Kärntner haben diese Partie gewählt. Und jetzt mussten wir alle für sie die heißen Kartoffel aus dem Feuer holen.

zeit-wissenDiese Frage versuchen Universalienforscher zu beantworten. Sie stellen Listen auf, in denen Dutzende Gemeinsamkeiten verzeichnet sind – und streiten dann über die Details. Universalienforscher suchen trotz unzähliger Unterschiede die Gemeinsamkeiten aller Kulturen. Von sexuellen Tabus über Vetternwirtschaft bis hin zu Emotionen wie Ekel, Ärger und Trauer haben alle Menschen erstaunlich viel gemein.

ZEIT Wissen hat einige bekannte Universalienlisten dokumentiert, die hier als pdf-Datei herunterladen werden können.

(Quelle: Christoph Antweiler, “Was ist den Menschen gemeinsam”, WBG)

Seit heute ist der von mir erstellte #unsereuni Augmented-Reality-Layer fürs iPhone 3GS und Android-Handys verfügbar.

Für alle Nicht-Techniker unter uns, die vom letzten Satz kein Wort verstanden haben ;-) , hier ein paar Screenshots zur Aufklärung:

panel-unsereuni

Diese Handyapplikation zeigt abhängig vom aktuellen Standort, wie weit alle weltweit besetzten Universitäten entfernt sind. Betrachten kann man den Layer mit dem Augmented-Reality-Browser von Layar.com. Datengrundlage ist die Google Map Unsere Unis, die von Tom Schaffer (www.zurpolitik.com) erstellt wurde.

Um den Layer anzuzeigen, wird die Handyapplikation Layar benötigt. Diese ist für das iPhone 3GS (Link Appstore) und Android-Handys (Link Marketplace) kostenlos verfügbar. Nachdem man diese installiert hat, bitte die Applikation starten und nach unsereuni suchen.

Besonders gefreut hat es mich, dass mein Layer gleich nach Veröffentlichung in die Kategorie featured vorgestellt wurde :-)

Nachdem die Umsetzung relativ einfach war, hab ich gleich Lust auf weitere Experimente bekommen. Was meint ihr? Welche Informationen würden sich eurer Meinung nach besonders dafür eignen, mittels derartiger Technologie dargestellt zu werden?

Twitter Kommentare

DieTruppe Besetzte Universitäten mal anders dargestellt http://die-truppe.com/layar #unsereuni
Re-Tweet | Reply | View Tweet

Zur Unterstützung der Proteste rund um unsereuni.at habe wie schon auch bei den Protesten zum CERN-Ausstieg Österreichs eine Online-Demo-Seite gebastelt. Diese ist im offiziellen Wiki unter http://unibrennt.at/wiki/index.php/Online-Demo abrufbar.

Jeder Webseitenbetreiber ist eingeladen, teilzunehmen und das Eselsohr-Plugin (siehe obere rechte Ecke) zu installieren.

Für alle, die noch nicht wissen, worum es bei den Protesten eigentlich genau geht, hier ein kurzes Video:

Ausführlichere und aktuelle Infos sind auf der Webseite http://www.unsereuni.at oder auf Twitter (unsereuni) zu finden.

Twitter Kommentare

check_mBloging RT @robertharm: RT @DieTruppe: Online-Demo zur Unterstützung v unsereuni.at http://die-truppe.com/unsereuni #unsereuni #unibrennt please RT
Re-Tweet | Reply | View Tweet
robertharm RT @DieTruppe: Online-Demo zur Unterstützung v unsereuni.at http://die-truppe.com/unsereuni #unsereuni #unibrennt please RT
Re-Tweet | Reply | View Tweet
DieTruppe Online-Demo zur Unterstützung von unsereuni.at http://die-truppe.com/unsereuni (via @robertharm) please RT
Re-Tweet | Reply | View Tweet

In Anlehnung an das Vorgehen der deutschen CDU/SPD fordern auch Abgeordnete des OÖ Landtags die Einrichtung von Internetsperren unter dem unbestreitbar ehrenwerten Titel Erschwerung des Zugangs zu Kinderpornographie.

Unter den Tisch kehren die oberösterreichischen Landtagsabgeordneten wie auch die Regierungsparteien in Deutschland:

1. Die Täter werden durch diese Maßnahme nicht behelligt
2. Die Opfer werden durch diese Maßnahmen nicht geschützt
3. Die Sperrliste wird von nicht näher definierter “staatlicher Seite verantwortet werden”. Eine Einschaltung von Gerichten wird ausdrücklich nicht gefordert, die Gewaltentrennung wird aufgehoben.

Alex Lehmann, der bereits auch das bekannte Video “Du bist Terrorist” produziert hat, zeigt in dem neuen Video “Rette Deine Freiheit“, worum es bei dieser Diskussion eigentlich wirklich geht:

“Rette deine Freiheit” ist übrigens keine Parteienwerbung, sondern genau wie “Du bist Terrorist”, ein privat finanzierter und in der Freizeit erstellter Kurzfilm.

Wer an differenzierten Argumenten jenseits des spontanen Bauchgefühls interessiert ist, findet bei netzpolitik.org eine lesenswerte Zusammenstellung des deutschen Diskussionsstandes.

Wer seine Landtagsabgeordneten per E-Mail kontaktiert möchte, findet hier eine Liste von E-Mail-Adressen aller Landtagsabgeordneten.

Böse, aber gute Lobpreisung von Extra 3 (NDR) auf den derzeitigen italienischen Staatschef :-)

Der “Kulturverein Sozialforum Freiwerk” veranstaltete 2009 im August nun schon zum fünfte Mal das Benefizfestival “Bock Ma’s” zu Gunsten des Flüchtlingsprojekts von Ute Bock. Dieser zur Gänze auf ehrenamtliche Arbeit basierende Verein zur Unterstützung obdach- und arbeitsloser AsylwerberInnen in Wien ist natürlich auf jede noch so kleine finanzielle sowie ideologische Unterstützung angewiesen.

In den letzten Jahren wirkten jeweils rund 150 bis 250 ehrenamtliche Mitarbeiter beim “Bock Ma’s” aktiv mit, mehrere Tausend Besucher förderten diesen Sozialgedanken seit 2005, wobei die Veranstalter, zu denen auch mein Bruder Reini gehört, bisher insgesamt über 70.000 Euro als Spende an Frau Bock überreichen konnten.

Berichtet wurde darüber auch in der ZIB 24 vom 28. August 2009:

Zensursula Stopp!"Gastbeitrag von Michael Eisenriegler.

1. Gegen wen richten sich Netzsperren gegen Kinderpornographie?

Es ist schon jetzt so, daß “echtes” kinderpornographisches Material im Netz nur dann zu finden ist, wenn man genau weiß, wo man suchen muß. Ein versehentliches Anklicken, auch über legale Pornoseiten, kommt praktisch nie vor, da sich die legale Pornoindustrie aus ihrem ureigensten Interesse sehr streng von der Kinderporno-Szene abgrenzt. Netzsperren richten sich also nur gegen Leute, die bewußt auf der Suche nach Kinderpornos sind. Selbst wenn aber “Neugierige” dadurch am Ansehen solchen Materials gehindert würden, wäre das für die Verhinderung von Kindesmißbrauch irrelevant, da solche Personen ja nicht dafür zahlen würden.

2. Sind Netzsperren effizient?

Netzsperren sind in jeder Form einfach zu umgehen, zum Beispiel durch die Nutzung anderer Nameserver, offener Proxyserver oder durch frei verfügbare Anonymisierungsdienste. Anleitungen dazu sind im Netz leicht zu finden, die Installation einer solchen Umgehungsstrategie dauert nur wenige Minuten. Es ist davon auszugehen, daß jemand, der am Konsum von kinderpornographischem Material wirklich interessiert ist, auch in der Lage ist, solche Modifikationen an seinem Internetzugang vorzunehmen.

3. Was sind die Nebeneffekte von Netzsperren?

Durch die verpflichtende Einführung von Netzsperren werden Provider gezwungen, das Internet in “gute” und “böse” Seiten zu unterteilen. Durch die dazu notwendige Infrastruktur ergibt es sich praktisch zwangsläufig, daß bei den Providern auch Daten anfallen, wer “böse” Seiten anzusurfen versucht. Auch wenn diese Daten zunächst nicht mitgespeichert oder nicht herausgegeben werden, so wäre es in einem nächsten Schritt ein Leichtes, die Provider rechtlich zur Herausgabe der Userdaten zu zwingen (z.B. um Kinderporno-Konsumenten strafrechtlich zu belangen). Es benötigt nicht sehr viel Phantasie sich vorzustellen, welche demokratiepolitischen Konsequenzen daraus fast zwangsläufig entstehen, denn durch diese Art von Infrastruktur kann auch jede andere Art von Userverhalten aufgezeichnet und ausgewertet werden.

4. Was hat die Musikindustrie damit zu tun?

Die Musikindustrie hat großes Interesse an der Verfolgung von Kinderpornokonsumenten. Sobald die Infrastruktur bei den Providern funktioniert ist es absehbar, daß sie massives Lobbying betreiben wird, damit auch Filesharing-Seiten darüber blockiert werden. Der deutsche Universitätsprofessor Dr. Thomas Hoeren vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster sagt dazu in einem Interview:

Ich habe den Eindruck, dass die Familienministerin nicht weiß, wessen Interessen sie tatsächlich Rechnung trägt. Für die Musikindustrie, die seit Jahren die Nutzer von Privatkopien kriminalisieren möchte, ist das, was jetzt im Jugendschutz geschieht, das Beste, was passieren kann. Damit lässt sich die Ministerin letztlich auch instrumentalisieren.

Dieser Zusammenhang wird von der Musikindustrie auch selbst hergestellt:

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: ‘Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.

5. Welche weiteren demokratiepolitischen Konsequenzen sind absehbar?

Nachdem sich relativ bald nach Einführung der Netzsperren herausstellen wird, daß diese größtenteils nutzlos sind, wäre es logisch im nächsten Schritt zu versuchen, die oben geschilderten Umgehungsstrategien gesetzlich zu verbieten. Dadurch würde dann jeder Internet-User, der aus irgendwelchen – völlig legitimen – Gründen gerne anonym im Netz surfen will, zwangsweise kriminalisiert, was letztendlich zu einer massiven Einschränkung der Grundrechte auf Informations- und Meinungsfreiheit sowie des Schutzes der Privatsphäre führen würde. Andersrum ausgedrückt: Die Benutzung des Internets wäre nur noch möglich, wenn man dabei in Kauf nimmt, daß der eigene Provider, der Staat und auch die Eigentümer der besuchten Websiten wissen oder zumindest leicht feststellen können, was sich jemand wann angesehen hat.

6. Was kann man wirklich gegen Kinderpornographie tun?

So wie bei jedem Verbrechen besteht die sinnvollste Möglichkeit zur Verfolgung darin, die Verbrecher zu belangen, wie dies ja schon seit Jahren auf Basis internationaler Zusammenarbeit zwischen Behörden, Internet-Providern und Kinderschutzorganisationen durchaus erfolgreich geschieht (siehe z.B. http://www.stopline.at/, https://www.inhope.org/).

Darüber hinaus kann der Effekt der Netzsperren mit geringerem Aufwand auch dadurch erreicht werden, daß die Provider, die das Material hosten, einfach darauf aufmerksam gemacht und gebeten werden, dieses zu entfernen. Andrea Mayer-Edoloeyi schreibt dazu etwa in der facebook-Gruppe “Gegen Internetsperren in Österreich!“:

Was sind die Alternativen, um Kinderpornos zu bekämpfen? Eine dt. Kinderrechsorganisation hat 1 Tag Arbeit investiert und Mail an 20 Provider geschrieben, die auf der dänischen Sperrliste standen. Dadurch waren 16 Kinderporno-Seiten weg. Ein Weg, nicht der einzige, aber zielführender als Internetsperren. (Quelle)

7. Fazit

Netzsperren sind gegen die Verbreitung und insbesondere gegen die Produktion von Kinderpornographie größtenteils unwirksam. Es profitiert davon in weiterer Folge allenfalls die Musikindustrie, die demokratie- und gesellschaftspolitischen Folgen sind dagegen unabsehbar.

Dieser Artikel wurde von Michael Eisenriegler der Public Domain zur Verfügung gestellt. Jeder möge damit tun, was er oder sie für richtig hält. Hoffentlich nützt es etwas…

Quelle: www.wissenbelastet.com

Kronenzeitung LogoAuf “Wut im Bauch” findet sich ein interessanter Beitrag zur KRONE und deren überraschend lautstarken Empörung über eine Abschiebung:

Oft liest mensch in der Krone von zu lascher Asylpolitik, von Kriminalitätstourismus und dem Ruf des Volkes nach Mehr für ÖsterreicherInnen und Weniger für “Fremde”.

Doch die Krone kann auch anders.

Der Aufenthalt [...] war also nur von kurzer Dauer: Bereits Mittwoch früh saßen [sie] wieder in einer Hercules-Maschine und flogen heim nach Afrika. Bei der “Krone” [...] liefen die Telefone heiß: “Die Leute sind [...] erbost über den Rückflug. Das ist das Todesurteil [...], so “Krone” [...] Lady Maggie Entenfellner.
[Kronenzeitung]

Da kann mensch wieder sehen, so ganz böse kann dieses Blatt doch gar nicht sein.

Leider ist das dann doch zu schön um wahr zu sein. Klicken Sie hier um herauszufinden was es mit der Kehrtwende der KRONE wirklich auf sich hat.

Reposted from medienschelte.at

ZensursurlaSpannender Artikel von Christian Stöcker über die “Generation Online” und Zensurversuche im Internet.

Die Debatte um Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz macht eine gesellschaftliche Kluft sichtbar: Die Generation Online will nicht länger akzeptieren, dass über sie hinwegregiert wird. Ein Generationenkonflikt wird sichtbar, der das Land noch Jahre lang spalten könnte.

Die Überraschung unter den politischen Spitzenkräften Berlins in den vergangenen Wochen war kaum zu übersehen. Etwas Unerhörtes war passiert. Eine neue politisch-gesellschaftliche Frontlinie ist sichtbar geworden, eine, die das Klima in diesem Land auf Jahre hinaus prägen könnte. Die Generation C64, die erste, die mit Computern aufgewachsen ist, hat die Nase voll von Herablassung und Gängelung, will sich nicht länger an den Rand der gesellschaftlichen Debatte drängen lassen. Sie wehrt sich, mit ihren Mitteln…

Vollständigen Artikel auf spiegel.de lesen

Wenn jemand mit der EU oder der Politik im Generellen so unzufrieden ist, wieso wählt diese/r dann nicht zumindest ungültig? Weil man eh nichts ändern kann? Weil wenn etwas (das Wahlrecht) nichts kostet, es nichts wert ist?

Ich verstehs einfach nicht…

EU Wahlergebnis alternativ

Quelle:  berq’soup.chen

“Wir liefern jährlich eine Menge Geld in Brüssel ab und profitieren davon aber gar nicht”, ist eine Aussage, die man häufig im Zusammenhang mit der EU-Mitgliedschaft Österreichs hört. Das dem nicht so ist, versucht die neu gestartete Webseite http://eu.wien.at der Stadt Wien zu vermitteln. Dort kann man sich über Projekte informieren, die zwischen 2007 bis 2013 mit 25 Mio. EUR aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung unterstützt werden. Mitfinanziert werden dadurch beispielsweise Radwege, Gehsteigs oder Parks.

In Anlehnung an die derzeitigen Wahlplakate fordere ich daher: mehr Information statt Agitation! ;-)

EU Wien Google Maps

Quelle: derStandard

Österreich und die AsylantenTreffender Beitrag zur derzeitigen politischen Stimmung in Österreich (Zeitung oder Land sei dahingestellt), Hervorhebungen von mir:

Verschwörungstheorie die 2.

Die Guru-Attentäter waren also Asylanten. So what? Steht das in irgendeinem kausalen Zusammenhang mit dieser Wahnsinnstat? Titelte man in der Vergangenheit vielleicht “Fritzl ist Nichtraucher” oder “Waldheim hat keinen Führerschein“? Wohl eher nicht. Welche Rolle spielt dieser Umstand letztendlich? Was nachdenklich stimmt, ist die Kerbe in die solche Headlines schlagen – eine Kerbe die den Reaktionären vorbehalten ist. Die Schürung von Vorurteilen, Fremdenhass und eine generelle Aversion gegen alles, was seinen Urspung außerhalb des eigenen Tellerandes hat, hat dieser “Journalismus” zum Ziel – muss man dann meinen. Wenn sich Wolfgang Fellner auf der selben Seite in Kleingedrucktem abputzt und kleinlaut die Gegenposition einnimmt, ist das ja ganz nett. Glaubhaft jedoch nicht. Wer ist also der Mastermind hinter dieser Medienmaschinerie? Ausnahmsweise steht Heinz-Christian nicht unter Verdacht, denn Papageien können bekanntlich nicht tippen. Möglicherweise ziehen ganz im Verborgenen Kickl und Vilimsky die Strippen, oder, viel schlimmer, Jörg H. erscheint den Redakteuren im Traum.
Liebe Leser! Angst is not a Weltanschauung.

Reposted from dersensenmann.soup.io

Presseurop LogoDie EU-Bürger sollen künftig in zehn Sprachen Zugang zu Zeitungen aus verschiedenen Staaten der Europäischen Union haben. Das ist das Ziel des neuen Internet-Portals Presseurop.eu, das EU-Kommissarin Margot Wallström in Brüssel eröffnete.

“Um Informationen über Europa zu finden, steht den europäischen Bürgern kein transnationales Medium zur Verfügung”, bedauerte jüngst Marc Leijendekker, Redakteur der Rubrik “Europa” der holländischen Tageszeitung NRC Handelsblad. “Es gibt keine einzige europäische Zeitung, die sowohl von Italienern als auch von Tschechen gelesen wird, keine Website, wo sich sowohl Spanier und Schweden informieren können, keine Fernsehsendung, die um 20 Uhr alle Wohnzimmer Europas erreicht.”

Diesen Journalistentraum zu realisieren, der, so wie die Redaktion hofft, von zahlreichen Bürgern Europas geteilt wird, ist das Ziel. Das Projekt Presseurop ist auf Initiative der Europäischen Kommission entstanden und wurde vier Magazinen mit Erfahrung im Bereich der internationalen Presserevue anvertraut (Courrier international aus Frankreich, Internazionale aus Italien, Forum aus Polen und Courrier internacional aus Portugal).

Presseurop wird in aller Unabhängigkeit von Journalisten aus ganz Europa zusammengestellt. Täglich wählt die Redaktion in der europäischen und weltweiten Presse jene Artikel aus, die einen neuen, originellen Blick auf Europa werfen, und lässt sie in zehn Sprachen übersetzen. Es geht hierbei nicht um Europa als Institution – davon wird bereits recht ausführlich berichtet – sondern darum, wie die Menschen Europa leben und erleben.

Quelle: Futurezone, 26.5.2009

CERN Demo LogoWenige Monate vor dem Start des größten Experimentes der Geschichte am Teilchenbeschleuniger LHC des Europäischen Forschungszentrum CERN ließ Wissenschaftsminister Hahn mit der völlig überraschenden Ankündigung aufhorchen, dass Österreich seine 50jährige CERN Mitgliedschaft kündigen wird. Als Grund wurden u.a. die jährlichen Kosten von 16 Millionen Euro angeführt. Nur zum Vergleich: die Absetzbarkeit der Kirchensteuer wurde heuer von 100 auf 200 Euro angehoben und allein dies verursacht Kosten von 30 Mio. Euro jährlich!

Über den Fachausschuss Kern- und Teilchenphysik (FAKT) der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft wurde daher eine Plattform ins Leben gerufen, auf der auch mehrere Nobelpreisträger den Ausstieg kritisieren. Außerdem wurde die Petition “SOS/Save Our Science” veröffentlicht,  die 2 Tage später bereits über 11.000 Unterstützer verzeichnen konnte.

Da ich auch persönlich diese Entscheidung als großen Fehler betrachte, habe ich beschlossen, eine Online-Demo zu starten. Diese ist unter http://wiki.die-truppe.com/Online-Demo erreichbar und bietet Grafiken zum Einbau in Weblogs/Wikis/Websites, die auf die Online-Petition verlinken. Ein Beispiel ist oben rechts zu sehen.

Bitte unterschreibt diese Online-Petition und erzählt euren Freunden davon (twitter, facebook, blogs…). Vielleicht schaffen wir es dadurch, den politischen Druck soweit zu steigern, dass diese Entscheidung noch rückgängig gemacht wird.

Update 17.5.2009

Mittlerweile gibt es schon 47 teilnehmende Websites und ingesamt über 10.000 Einblendungen. Die Online-Petition überschreitet demnächst die 30.000er-Grenze – danke an alle, die mitmachen!

Update 18.5.2009

“Faymann-Machtwort: Kein Ausstieg aus CERN” – ich kann es kaum glauben, das Ziel wurde erreicht! Danke an alle Unterstützer/innen!

Die Wahl zum EU-Parlament und dessen Funktion innerhalb der EU, so einfach als möglich erklärt. Alles unter Berücksichtung der Änderungen durch den -- noch nicht in Kraft getretenen -- Vertrag von Lissabon (EU Verfassung).

Quelle: cc

G20 London SummitDas mit Spannung erwartete G20-Treffen in London am 2. April ist vorüber.  Die dort anwesenden Politiker sprachen von “Neuer Weltordnung“, “historischem Kompromiss” oder “Wendepunkt” im Hinblick auf die erreichten Ergebnisse.

Ich bin mir da nicht so sicher, weil im Endeffekt nur noch mehr Geld in den Erhalt eines bestehenden (Finanz-)Systems gesteckt wird, anstatt dieses von Grund auf zu reformieren.

Nachfolgend eine sehr gute Analyse von Gabor Steinhart (Spiegel-Online)  – hier ein paar Auszüge:

Der Goldene Schuß

Die G-20-Staaten bekämpfen die Krise, indem sie die nächste vorbereiten: Mit neuen Billionen auf Pump soll die Weltwirtschaft angekurbelt werden. Das offizielle Gipfelmotto lautete Stabilität/Wachstum/Arbeitsplätze – das wahre müsste heißen: Verschuldung/Arbeitslosigkeit/Inflation.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Inspiriert von der “New York Times-Aktion” der Künstlergruppe “The Yes Man” hat nun auch attac Deutschland diese Idee aufgegriffen und eine Ausgabe der Wochenzeitschrift DIE ZEIT vom 1. Mai 2010 erstellt und in ganz Deutschland verteilt:

Am 21. März haben in rund 100 Städten Attac- und weitere Aktive konzertiert eine ganz besondere Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT unter die Leute gebracht. Die Ausgabe ist datiert auf den 1. Mai 2010 und enthält Nachrichten aus einer Welt nach der Krise – über Krisenfolgen, die wir uns wünschen! Allein 150.000 Exemplare werden an dem Wochenende auf Plätzen, in Straßen, Kneipen und sonstigen öffentlichen Orten verteilt oder ausgelegt. [...]

Alle Artikel des Zeit-Plagiats gibt es auch online unter www.die-zeit.net

www.die-zeit.net

Der Film Zeitgeist Addendum beleuchtet die Ursachen der derzeitigen Finanzkrise bzw. betrachtet das Geldsystem generell als Kern vieler Probleme in unserer Welt. Allerdings weiß ich nicht genau, wie ich ihn einordnen soll. Viele Gedanken sind für mich einleuchtend und nachvollziehbar, anderen wie z.B. Technologie als Lösung für alle Probleme stehe ich eher skeptisch gegenüber. Hier die Beschreibung des Inhalts auf Google Video:

Der Kern vieler Probleme in unserer Welt ist das Geldsystem, welches einen unendlichen Schuldensog erzeugt und uns zwingt alle Entscheidungen und Handlungen in unserem Leben nach finanziellem Profit auszurichten. Dadurch verschwenden wir (bewusst und unbewusst) einen großen Teil unserer Energie mit selbstsüchtigem, korruptem Verhalten, anstatt in Freiheit die gemeinsame Entfaltung der Menschheit im Einklang mit der Natur genießen zu können.

Politik, Religion und andere Gesetze sind niemals eine Möglichkeit, um gesellschaftliche Probleme zu lösen oder einen Wechsel herbeizuführen. Sie sind nur ein Symptom der korrupten Profit-Struktur des Kapitalismus.

Die Technologie ist der wirkliche Schlüssel zur Lösung der zentralen Weltprobleme wie Ernährung und Energieversorgung. Würde die technologische Entwicklung nicht profitorientiert sonder ressourcen-orientiert ausgerichtet, würden alle destruktiven Technologien verschwinden und die im Überfluss vorhandenen umweltfreundlichen Ressourcen auf unserer Erde optimal genutzt werden können. Diese Argumentation beruht auf den Konzepten von Jacque Fresco und seinem Venus-Project, das als Gesamtlösungskonzept in Zeitgeist Addendum integriert wurde und auf dem mehr als die Hälfte des Films aufgebaut sind.

[google -4113114819779037447]

Jahrelang türmten Investoren Reichtümer und Risiken an -- und gerierten sich, “Leistungsträger” genannt, auch noch als moralische Autorität, die den kleinen Leuten unternehmerische Tugenden predigten und deren “Vollkaskomentalität” verspotteten. Jetzt dürfen die Bürger diese “Leistungsträger” mit ihrem Steuergeld retten. Und im Extremfall zweigen diese sich auch noch von den Hilfsgeldern ein paar Millionen für ihre Boni ab. Ist das alles gerecht? Bestimmt nicht. Alternative gibt es dazu freilich auch keine gute. Aber kreativ darüber nachdenken sollte man schon, wie man es anstellen könnte, dass die, die jetzt blechen müssen, demnächst nicht wieder die Dummen sind.

Repost from misik.at

Zur Vorbereitung des G20-Treffens in London treffen sich wichtige Staats- und Regierungschefs der EU im Bundeskanzleramt in Berlin. Begleitet wird das Treffen von 30 Greenpeace-Aktivisten, die sich vor Ort für eine bessere Finanzierung des Klimaschutzes einsetzen. Auf einem mitgebrachten Banner ist zu lesen: “Wäre die Welt eine Bank, hättet Ihr sie längst gerettet!”

Greenpeace-Transparent

Quelle: http://www.greenpeace.de

Andy Bichlbaum und Mike Bonanno von “The Yes Men” haben ein ungewöhnliches Hobby: sie geben sich als Führungskräfte von Unternehmen aus, die sie hassen. Mit nichts anderem bewaffnet als mit ihren Anzügen verschaffen sie sich Zutritt zu Geschäftskonferenzen und parodieren ihre Erzfeinde auf extreme Art und Weise. Ihr Ziel ist es, die Zuschauer aufzurütteln und zum Handeln zu bewegen.

Im folgenden Interview gibt Andy vor, ein Sprecher des Chemiekonzerns Dow Chemical zu sein. Die BBC fällt auf diese Täuschung herein und sendet das Interview an geschätzte 300 Millionen Zuschauer. Dieses handelt von der Bhopal Katastrophe, dem bisher größten Industrieunfall der Geschichte. Anfang Dezember 1984 entwich im indischen Bhopal aus dem Chemiewerk der Firma Union Carbide, die 2001 mit Dow Chemicals fusionierte,  eine tödliche Giftgaswolke. 8.000 Menschen starben bei der Katastrophe, seither weitere 20.000 an den Spätfolgen. Tonnen von giftigem Material lagern heute noch auf dem verlassenen Fabrikgelände und belasten Böden und das Grundwasser.

Dow Chemicals hat die Verantwortung dafür seit 20 Jahren bestritten. Andy gibt in dem Interview nun vor, dass der Konzern die volle Verantwortung dafür übernehmen und alles in seiner Macht stehende tun wird, den Opfern dieser Katastrophe zu helfen.

Die Folgen dieser Ausstrahlung? Die Menschen weltweit feiern; der Aktienwert von Dow Chemicals sinkt jedoch um 2 Milliarden Dollar! Aus Sicht der betroffenen hätte Dow Chemicals richtig und verantwortlich gehandelt -- der Markt entscheidet jedoch anders und  macht es in Wirklichkeit dadurch quasi unmöglich, das Richtige zu tun.  Auch wenn viele Manager etwas anderes behaupten, folgen sie im Endeffekt nur dem (krankhaften) Diktat des (freien?) Marktes.

Hintergründe hierzu und weitere Aktionen von “The Yes Men” sind in der Dokumentation “The Yes Men Fix the World” zu sehen. Diese Produktion wurde im Rahmen der Berlinale mit dem Publikumspreis bedacht und läuft ab März 2009 in ausgewählten Kinos.

„Der Film zeigt, dass es nicht reicht, auf die Lernfähigkeit der Verursacher der Krise zu vertrauen. Sie werden ohne effektive globale Regulierungen weiter die riskante Jagd nach schnellem Profit fortsetzen. Die Kosten trägt die Allgemeinheit. Die nächste schwere Finanzkrise ist so nur eine Frage der Zeit. Mit der Bankenrettung müssen daher strenge Auflagen verbunden sein“, sagt Attac-Finanzmarktexperte Christian Schoder.

Attac fordert, dass gerettete Banken ihre Niederlassungen in Steueroasen schließen müssen. „Es ist nicht einzusehen, dass dem Staat durch die Aktivitäten in Steueroasen bis zu zwei Milliarden Euro verloren gehen, während Ex-Banker im Finanzministerium großzügig die Bankenhilfe verhandeln.“

Kurz vor dem G20-Gipfel wird sich Attac Österreich gemeinsam mit anderen Organisationen am 28. März in Wien an einem weltweiten Aktionstag für eine soziale Bewältigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise beteiligen. Motto: Wir zahlen nicht für eure Krise!

Link zum Spot: www.attac.at/bankenrettung

Der Billion-Dollar-Song zur Finanzkrise, arrangiert mit der Microsoft Komponiersoftware “Songsmith” -- ein vorfinanzierter Hörsturz:

Die schönsten Melodien scheibt das Leben selbst! Jeder Mensch ist ein Künstler -- also auch die Politiker und Banker: Melodien für Millionen. Und Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für die Kunst. Thank you for the Music!

Gefunden auf: www.kreidler-net.de

Shoutbox
PreviousNext
Neuester am Sun, 07:12

Patrick: Hab gestern ein tolles Resti gefunden - da werde ich heut wieder hingehen! Seafood! Yumi :-)

TheKini: Ich wär ja mitgekommen aber ich war halt "leider" schon dort ;-) Wünsch dir viel Spass beim Inselhüpfen!

Patrick: next stop: Fiji, Westin Denarau Island Resort ... speachless

Patrick: ;-) finanzielle Kosten sind selber zu tragen! Müsst aber schnell sein! Am Montag gehe ich ins Reisebüro!!!

» Nachricht hinzufügen



Neueste Kommentare
Archiv
Login
Benutzername:

Passwort:


Passwort vergessen?
powered by
Wordpress-Plugin-Tipp: Pretty Links - URL-Shortener für die eigene Domain
URL-Shortener für die eigene Domain
Beispiel: http://ihrwebprofi.at/to

Artisteer - CMS Template Generator
Wordpress, Joomla, Dupal-Templates ohne HTML-Kenntnisse erstellen

Wordpress Cloud

Hier könnte Ihr Banner stehen